Brigitte Bruckner-Mikl

Sophie Cieslar, Brigitte Bruckner, Katalog der März-Ausstellung, Galerie Kovacek & Zetter, 2018

„Panta rhei, alles fließt, alles ist ständig in Veränderung, Lebendes wächst und vergeht. In der Natur gibt es Vollkommenes und Unvollendetes, Zusammengehendes und Auseinanderstrebendes, Dinge stehen entweder im Einklang oder in Widerspruch zueinander. So ist es auch in den Bildern Brigitte Bruckner-Mikls. Sie stellt Ausgeführtes neben unvollendet Wirkendes, Farbflächen neben grafisch anmutende Elemente, farbige Stellen gegen den weiß gelassenen Bildgrund.“1

 

Mit zart verlaufenden, aquarellartig aufgetragenen Blau- und Grüntönen beschreibt sie die Wasseroberflächen klarer Bergseen (Kat.Nr. 47) und fängt die steilen, steinigen Berghänge rund um den Zauchensee ein (Kat.Nr. 49), an den sie in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren im Sommer ihr Atelier verlegt hat. Manchmal ist der Farbauftrag großflächig, manchmal sind es nur einige Akzente, die ihr zur Schilderung der Landschaft oder auch eines Stilllebens (Kat.Nr. 48) dienen. Bisweilen lässt sie die Farbe auch die Leinwand hinunterrinnen, das Wasser wird hier also nicht nur gemalt, sondern in der Darstellung fühlbar gemacht. Zart angedeutete Bergrücken spiegeln sich im klaren See wider, feine Gräser und farbige Blüten hängen über den Rand einer mit wenigen Strichen angedeuteten Vase, manches wird in die Fläche geklappt, anderes führt wieder in die Tiefe.

Man spürt wie Brigitte Bruckner im Atelier nach einem fein arrangierten Blumenarrangement arbeitet oder im Freien sitzend, vor der Landschaft alle Eindrücke direkt in ihre Malerei einfließen lässt. „Die Plein-air-Malerei ist nicht tot“, so die Künstlerin und „der Pinsel nimmt die Atmosphäre der Umgebung, die Feuchtigkeit und Wärme der Luft in sich auf“1. Über die Bildränder hinaus führt sie ihre Kompositionen ins Unendliche, es gibt keine Grenzen, Linien und Farbverläufe führen über die Bildränder hinaus, so wie unser Universum grenzenlos ist, sind es auch die Bilder Brigitte Bruckners. „Wenngleich ihre Bilder ohne Menschen auskommen, sind sie doch beseelt und voll Leben. Sie zeigen die uns umgebende Naturschönheit und sind gleichzeitig Sinnbilder tief in uns schlummernder Empfindungen.“2