Brigitte Bruckner-Mikl

Sophie Cieslar, Brigitte Bruckner, Biographie, 2014

Brigitte Bruckner wird 1963 in Linz geboren. 1983 bis 1988 besucht sie die Akademie der Bildenden Künste in Wien unterbrochen von einem Studienaufenthalt in Berlin 1984. 1985 und 1988 arbeitet sie als Assistentin an der Sommerakademie in Salzburg. 1985 bezieht sie ein Atelier in der Hellerfabrik. 1990 heiratet sie den Maler Josef Mikl, im selben Jahr kommt die gemeinsame Tochter Anna zur Welt. Sie unterstützt ihren Mann als technische Mitarbeiterin beim Auftrag für den Großen Redoutensaal der Wiener Hofburg. Seit 1996 arbeitet sie in einem Atelier in der Praterstraße. Sie lebt und arbeitet in Wien und im Burgenland.


„Brigitte Bruckner ist eine derart geborene Stillebenmalerin“1. Gegenstände malt sie am liebsten und deckt sich auch mit Fundstücken, die als Motive tauglich sind ein. „Das gewisse Zuständliche, das auf ihren Bildern eine dermaßen wichtige Rolle spielt, gibt den von ihr abgebildeten Gegenständen eine merkwürdige, einsame (wie sie sagt) Aura.“2 Da hängen „allein gelassene“ Kleidungsstücke an Kästen und lassen uns über das Leben ihrer Besitzer rätseln, fest verschlossene Koffer und Truhen verbergen ihren Inhalt vor den neugierigen Augen des Betrachters und einander zugewandte Fauteuils treten stellvertretend für ihre Besitzer in Diskurs miteinander. Hervorzuheben ist auch die starke Betonung des Malerischen – die feucht aufgetragenen Farbe lässt Brigitte Bruckner stellenweise einfach hinunterrinnen und baut die Rinnsale in die Komposition mit ein – und ein frei interpretierter Perspektivraum. Die Gegenstände in ihren Bildern „müssen sich nicht einem perspektivischen System unterordnen, sondern behaupten ihre eigene Perspektive. Brigitte Bruckner Mikl bürstet ihre Objekte gegen den Strich der Perspektive, wodurch sie den dargestellten Dingen eine Sperrigkeit und Präsenz verleiht… Die Objekte gelangen stärker zu Geltung, weil der Raum aus den Fugen geraten ist oder gar nicht vorhanden ist. Keine Umgebung, kein Ambiente stört den Dialog der Dinge“3. Diese Grundprinzipien wendet sie auch in ihrer Landschaftsmalerei an.


1 Otto Breicha in: Brigitte Bruckner (Hg.), Brigitte Bruckner, Wien 2007, S. 2
2 s.o.: S. 23
3 Arthur Rosenauer in: s.o. S. 47

 

entnommen aus: Homepage der Galerie Kovacek & Zetter, Wien, www.kovacek-zetter.at