Brigitte Bruckner-Mikl

Otto Breicha, 1998

Ein Besuch der Salzburger Sommerakademie hat sie vor gut 15 Jahren auf den Geschmack gebracht und den Entschluss gefestigt, fortan für und von der Malerei zu leben. Was daran zu lernen ist, wurde ihr an der Wiener Akademie bald einmal beigebracht. Trotz allem, was ihr sonst noch aufgehalst ist, familiär und überhaupt, malt sie eigensinnig und ununterbrochen. Nur manchmal Personen. Und dann zumal solche, die sie gut kennt (wie ihre Tochter Anna). Dinge sind ihr aber lieber, banale Gegenstände ihres Alltags, die ihr wie zufällig (aber vielleicht doch nicht nur aus purem Zufall!) unterkommen. Nichts, was sich insbesondere aufdrängt, sondern gegenständliche Situationen, für die sie sich Zeit lassen kann. Zum Beispiel ein an die Sessellehne gehängtes Sakko oder ein Büschel Grundier-Pinsel, altmodisches (und also vorzüglich schönes) Spielzeug und herumliegendes Schuhwerk. Bei Trödlern deckt sie sich mit jenen Kleinigkeiten ein, die dann groß auf ihren Bildern vorkommen: eine monumentalisierte Blechschachtel, Verpackungskisten oder eine Kleiderpuppe. Brigitte Bruckner ist derart eine geborene Stillleben-Malerin.


Wenn man sie hartnäckig befragt, gibt sie zu, dass es ihr irgendwie um das so genannte Wesen der Dinge geht. Nicht nur auch, sondern vor allem. Das gewisse Zuständliche, das auf ihren Bildern eine dermaßen wichtige Rolle spielt, gibt den von ihr abgebildeten Gegenständen eine merkwürdige, "einsame" (wie sie sagt) Aura und Merkwürdigkeiten. Stillleben-Spezialisten (wie zum Beispiel Morandi einer gewesen ist) bestehen auf jenem Fluidum, das wie auf ihren Bildern je nachdem und jeweils besser als nur gut zu erspüren ist. Aber gerade das lässt die stille Beschäftigung des Stilllebenmalens als eine im Grunde harte und verantwortungsbewusst-anstrengende Arbeit erscheinen. Um die aber die Stillleben-Malerin Brigitte Bruckner kein großes oder gar lautes Wesen macht. Einiges Weniges ist ihr genug, um ihr so genanntes Auslangen zu finden. Nur ein paar liebe Dinge sind ihr am liebsten, auf die sie es so unbeirrt und eigensinnig anlegt, wie sich das für einen gestandenen Stillleben-Künstler gehört.