Brigitte Bruckner-Mikl

Florian Steininger, Gemalte Einfachheit, 2007

Josef Mikl und Florian Steininger im Atelier 2007

Wenn man Brigitte Bruckners Bildmotive wie Landschaften, alltägliche Dinge in Ihrer nächsten Umgebung und Porträts Ihrer Tochter Anna betrachtet, so spürt man einfache Schönheit und Stille, getränkt im subtilen malerischen Kolorit.


Diese atmosphärische Wirkung der Gegenständlichkeit ist in der heutigen Malereiszene jedoch eine Ausnahme, bestimmen Coolness, fotorealistische Härte und getriebener Lifestyle die Bildinhalte der jungen Realisten.

 

Brigitte Bruckner lässt das hektische Treiben der Großstadt hinter sich, findet in ihrem Atelier in der Praterstraße die nötige Ruhe und Konzentration auf ihr Persönliches, Intimes – manifestiert in ihren gemalten autobiografischen Sujets. Hier entfalten sich „optisch-atmosphärische“ Zwiegespräche mit den Dingen, die sie umgeben. Bruckner verleiht ihren gemalten Gegenständen Lebendigkeit und Charakter. Trotz ihrer meist banalen Funktion sind sie die Hauptprotagonisten ihrer Bildgestaltung. Sie sind Spiegelbilder und „symbolische Speicher“ ihres eigenen Lebens: Ein Koffer, der am Schrank verstaut ist, Schuhe unter dem Bett, aufgehängte Kleider, unaufgeräumtes Spielzeug. Die Zeit scheint angehalten zu sein, konfliktfrei, schuldlos – nostalgische, mit Glück erfüllte Erinnerungen an die Kindheit?

 

Unmittelbar behandelt sie die Leinwand, mit breiten Pinselstrichen malt Brigitte Bruckner die mit Terpentin getränkte dünnflüssige Ölfarbe auf den Bildträger. Der Malprozess, das Rinnen der Farbe ist integraler Bestandteil des vollendeten Bildes. Charakteristisch ist Bruckners Hang zur Flächigkeit. Meist sind es warme Farben, die dem Bild ein sanftes Glühen verleihen, vergleichbar mit der wohligen, flackernden Wärme eines Kaminfeuers. Im zweiten Schritt definiert Bruckner die grafische und somit figurative Struktur des Bildes. Das malerisch Flächige bleibt jedoch Bild bestimmend.

 

Manchmal öffnet Brigitte Bruckner die Fenster ihres Ateliers und blickt auf das alltägliche Geschehen der Straße: 1999 entstehen Gemälde wie Baustelle vor dem Haus oder Blick aus dem Atelier. Man fühlt sich ein wenig an Henri Matisses Fensterbilder erinnert, bei denen Innen und Außen durch die Flächenmalerei auf eine Ebene gesetzt werden, um ein sensitives, ornamentales Spiel der gemalten Zonen zu vermitteln.


In den Landschaftsbildern steigert die Künstlerin ihre malerische Freiheit, da dem Berg, Wald und der Wiese ein größeres abstraktes Formenpotential innewohnt als den kleinteiligen Dingen des Alltags wie Koffer oder Schuhe. Ein großzügiges sinnliches Malen stellt sich ein.